ME/CFS-Versorgungsstudie zeigt keinen Vorteil bei körperlicher Funktionsfähigkeit
Evidenzstufen verständlich erklärt
höher
im jeweiligen Kontext vergleichsweise belastbar; die genannten Aussagegrenzen gelten weiter
mittel
relevante Hinweise mit erkennbaren Einschränkungen
vorläufig
frühe oder noch nicht ausreichend bestätigte Hinweise
Kontext
Leitlinien-, Register-, Versorgungs- oder Hintergrundinformation; keine eigene Wirksamkeitsstufe
Die Stufe ist eine redaktionelle Einordnung, kein Behandlungsvotum.
Original veröffentlicht: · Evidenz: mittel · Einordnung: belastend
ME/CFS-Versorgungsstudie zeigt keinen Vorteil bei körperlicher Funktionsfähigkeit
Originaltitel: Evaluation of an Integrated Multidisciplinary Care Model for Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: A Prospective, Open-label, Non-randomized Controlled Intervention Study.
Eine prospektive, nicht randomisierte kontrollierte Studie untersuchte ein auf ME/CFS zugeschnittenes multidisziplinäres Versorgungsmodell mit stationärer Rehabilitation. In der Auswertung gemäß Studienplan standen 89 Personen der Interventionsgruppe 93 Kontrollen gegenüber. Nach zwölf Monaten unterschied sich die körperliche Funktionsfähigkeit nicht statistisch signifikant; auch die sekundären Endpunkte zeigten keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen. Viele Teilnehmende bezeichneten die Rehabilitation als hilfreich für den Umgang mit der Erkrankung. Nach der Rehabilitation sank jedoch bei 42 von 94 erfassten Personen der Bell-Score zur Beeinträchtigung, während er bei 13 stieg. Dieser ungünstige Befund belegt für sich allein keine durch die Rehabilitation verursachte Verschlechterung.