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ME/CFS-Wochenbericht ·

ME/CFS-Wochenbericht vom 25. Oktober 2026

Woche im Überblick

Dieser Wochenbericht bündelt 5 ausgewählte Entwicklungen. Enthalten sind unter anderem „Review untersucht Messgrößen in ME/CFS- und Long-COVID-Studien“ und „Krankheitsschwere und Krankheitslast bei ME/CFS werden uneinheitlich erfasst“; hinzu kommen 3 weitere Meldungen. Die Auswahl umfasst 4 peer-reviewte Fachpublikationen und einen Kontext- oder Advocacy-Beitrag; die ausgewiesenen Evidenzstufen verteilen sich auf mittel (2), vorläufig (2) und Kontext (1); jede Meldung nennt ihre eigenen Aussagegrenzen. Die planmäßige Quellenabdeckung war vollständig; der Bericht erhebt dennoch keinen Anspruch, alle weltweit erschienenen Inhalte zu erfassen.

Evidenzstufen verständlich erklärt
höher
im jeweiligen Kontext vergleichsweise belastbar; die genannten Aussagegrenzen gelten weiter
mittel
relevante Hinweise mit erkennbaren Einschränkungen
vorläufig
frühe oder noch nicht ausreichend bestätigte Hinweise
Kontext
Leitlinien-, Register-, Versorgungs- oder Hintergrundinformation; keine eigene Wirksamkeitsstufe

Die Stufe ist eine redaktionelle Einordnung, kein Behandlungsvotum.

Original veröffentlicht: · Evidenz: mittel · Einordnung: offen

Review untersucht Messgrößen in ME/CFS- und Long-COVID-Studien

Originaltitel: Outcome measures in long COVID clinical trials: a review

Ein begutachteter Review untersucht die Messgrößen von 37 biomedizinischen Interventionsstudien zu ME/CFS und 68 zu Long COVID. Die Autorengruppe beschreibt Lücken bei der Erfassung wichtiger Beschwerden und der Sicherheit untersuchter Interventionen. Sie diskutiert insbesondere die Berücksichtigung von Post-Exertioneller Malaise (PEM), also einer Symptomverschlechterung nach Belastung, sowie die Beteiligung Betroffener an der Studiengestaltung. Im Mittelpunkt stehen die Methoden der Studien, nicht die Wirksamkeit einzelner Behandlungen. [Originalpublikation](https://www.frontiersin.org/journals/public-health/articles/10.3389/fpubh.2026.1972605/full)

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Original veröffentlicht: · Evidenz: mittel · Einordnung: offen

Krankheitsschwere und Krankheitslast bei ME/CFS werden uneinheitlich erfasst

Originaltitel: Measures of Overall Illness Severity and Burden for ME/CFS: A Scoping Review

Ein begutachteter Scoping Review, eine kartierende Literaturübersicht, untersucht anhand von 190 Volltextartikeln, wie Krankheitsschwere und Krankheitslast bei ME/CFS gemessen werden. Besonders häufig wurden die allgemeinen Gesundheitsfragebögen SF-36 und Sickness Impact Profile eingesetzt. Nach Einschätzung der Autorengruppe erfassen allgemeine Instrumente zentrale Beschwerden wie PEM häufig unzureichend. Zudem erschweren uneinheitliche Definitionen den Vergleich von Studien. Die Übersicht untersucht Messverfahren und prüft keine Behandlung. [Verlagsabstract](https://link.springer.com/article/10.1007/s40271-026-00849-8)

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Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

Explorative Studie untersucht SGK1 und Zellalterungsmarker bei ME/CFS

Originaltitel: Identification of SGK1 as a candidate regulator associated with myeloid cell senescence in ME/CFS: An integrative transcriptomic and experimental study

Eine begutachtete Studie verbindet vorhandene Genexpressionsdaten zu ME/CFS mit Experimenten an einer Zelllinie. Dabei wurde SGK1 als möglicher Kandidat im Zusammenhang mit zellulärer Seneszenz identifiziert, einem Zustand anhaltenden Zellteilungsstopps. Im künstlich erzeugten Zellmodell verringerte eine experimentelle Absenkung der SGK1-Expression mehrere Seneszenzmarker. Im unabhängigen ME/CFS-Datensatz war der Unterschied der SGK1-Expression jedoch statistisch nicht signifikant. Die Befunde bleiben vorläufig. [Originalpublikation](https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0359082)

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Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

Laborstudie findet vorläufige Unterschiede der Genaktivität in Muskelvorläuferzellen

Originaltitel: iPSC-derived myogenic progenitor cells from people with ME/CFS reveal altered genes and pathways with drug repurposing potential

Eine begutachtete Laborstudie verglich Muskelvorläuferzellen, die über induzierte pluripotente Stammzellen aus Blutproben von sechs Frauen mit ME/CFS und sieben gesunden Frauen gewonnen wurden. Die RNA-Sequenzierung ergab nach Korrektur für Mehrfachtests sieben unterschiedlich aktive Gene und Unterschiede auf Ebene biologischer Signalwege. Eine ergänzende qPCR-Messung bestätigte zwei von fünf überprüften Genbefunden. Ein rechnerischer Datenbankabgleich mit Literaturprüfung priorisierte außerdem 21 Arzneistoffkandidaten für weitere Forschung. Eine Behandlung wurde nicht getestet. [Studienvolltext](https://link.springer.com/content/pdf/10.1186/s12967-026-09017-w_reference.pdf)

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Original veröffentlicht: · Evidenz: Kontext · Einordnung: offen

Buchkapitel diskutiert Anerkennung und Ausgrenzung bei ME/CFS

Originaltitel: Resisting (Psycho)Pathologisation, Inclusively

Ein Buchkapitel verbindet persönliche, berufliche und wissenschaftliche Erfahrungen mit ME/CFS mit einer Perspektive feministischer Disability Studies. Laut dem beigefügten Abstract diskutiert es, wie Geschlecht und miteinander verflochtene Benachteiligungen beeinflussen können, wessen Erfahrungen in Medizin, Forschung und Interessenvertretung anerkannt werden. Biomedizinische Erklärungsmodelle werden sowohl hinsichtlich ihres möglichen Beitrags zur Anerkennung Erkrankter als auch möglicher Ausschlüsse marginalisierter Gruppen betrachtet. Der Beitrag bietet eine persönliche und theoretische Einordnung, keine klinische Evidenz zu Ursachen oder Behandlungen.

Originalpublikation · DOI 10.4324/9781003356387-32 öffnen →

Automatisierte Quellen- und Qualitätsprüfung abgeschlossen. Dieser Bericht bietet allgemeine Information und keine persönliche medizinische Beratung.