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ME/CFS-Wochenbericht ·

ME/CFS-Wochenbericht vom 1. November 2026

Woche im Überblick

Dieser Wochenbericht bündelt 5 ausgewählte Entwicklungen. Enthalten sind unter anderem „Norwegische Registerstudie untersucht Versorgungskosten bei ME/CFS“ und „BioICOPER: CFS-Überlappung bei Long COVID mit stärkeren Einschränkungen verbunden“; hinzu kommen 3 weitere Meldungen. Die Auswahl umfasst 3 peer-reviewte Fachpublikationen und 2 noch nicht peer-reviewte Preprints; die ausgewiesenen Evidenzstufen verteilen sich auf mittel (1) und vorläufig (4); jede Meldung nennt ihre eigenen Aussagegrenzen. Die planmäßige Quellenabdeckung war vollständig; der Bericht erhebt dennoch keinen Anspruch, alle weltweit erschienenen Inhalte zu erfassen.

Evidenzstufen verständlich erklärt
höher
im jeweiligen Kontext vergleichsweise belastbar; die genannten Aussagegrenzen gelten weiter
mittel
relevante Hinweise mit erkennbaren Einschränkungen
vorläufig
frühe oder noch nicht ausreichend bestätigte Hinweise
Kontext
Leitlinien-, Register-, Versorgungs- oder Hintergrundinformation; keine eigene Wirksamkeitsstufe

Die Stufe ist eine redaktionelle Einordnung, kein Behandlungsvotum.

Original veröffentlicht: · Evidenz: mittel · Einordnung: offen

Norwegische Registerstudie untersucht Versorgungskosten bei ME/CFS

Originaltitel: Health care utilization and costs of patients with ME/CFS in Norway, a retrospective registry study

Eine begutachtete [norwegische Registerstudie](https://link.springer.com/article/10.1186/s12913-026-16008-6) untersuchte die Gesundheitsversorgung von 9.318 Menschen mit dokumentierter ME/CFS-Diagnose anhand von Daten aus 2016–2018. Nach Standardisierung für Alter und Geschlecht lagen die geschätzten jährlichen Versorgungskosten bei rund 100.000 norwegischen Kronen gegenüber rund 35.500 in einer Bevölkerungsstichprobe, jeweils zu Preisen von 2018. Im Regressionsmodell für die untransformierten Gesamtkosten zeigte sich gegenüber Fibromyalgie kein statistisch gesicherter Unterschied. Die erfassten Kosten schließen Versorgung wegen Begleiterkrankungen ein und sind daher keine ausschließlich ME/CFS zuzurechnenden Behandlungskosten.

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Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

BioICOPER: CFS-Überlappung bei Long COVID mit stärkeren Einschränkungen verbunden

Originaltitel: Chronic fatigue syndrome in long COVID: prevalence and impact on health-related quality of life and health status. A cross-sectional study. BioICOPER study

In der begutachteten [BioICOPER-Querschnittsstudie](https://link.springer.com/article/10.1186/s12875-026-03625-7) erfüllten 171 von 304 untersuchten Menschen mit Long COVID eine an die verfügbaren Daten angepasste CFS-Definition nach Fukuda. Diese Gruppe berichtete geringere gesundheitsbezogene Lebensqualität und stärkere funktionelle Einschränkungen als die übrigen Teilnehmenden. Belastungsbedingte Symptomverschlechterung, kurz PEM, wurde jedoch nicht mit spezifischen Instrumenten erfasst. Die verwendete Einordnung ist deshalb nicht mit einer gesicherten ME/CFS-Diagnose nach strengeren heutigen Kriterien gleichzusetzen.

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Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

Preprint: Naltrexon-Studie bei ME/CFS-Symptomen nach COVID ohne nachgewiesenen Vorteil

Originaltitel: Low Dose Naltrexone for Post-COVID Fatigue Syndrome: A Randomized Controlled Trial

Ein nicht begutachteter [Preprint](https://doi.org/10.64898/2026.10.22.26363582) berichtet über eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 160 Erwachsenen. Untersucht wurde ein post-COVID-Fatigue-Syndrom, definiert durch neu aufgetretene ME/CFS-Symptome seit mindestens drei Monaten nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Nach 16 Wochen wurde für niedrig dosiertes Naltrexon gegenüber Placebo kein statistisch nachgewiesener Vorteil beim primären Endpunkt Fatigue-Schwere berichtet. Auch bei Schmerzen, gesamter Symptombelastung, täglicher Schrittzahl und gesundheitsbezogener Lebensqualität wurden keine Unterschiede nachgewiesen. Das belegt weder Gleichwertigkeit noch das sichere Fehlen eines Effekts.

Originalpublikation · DOI 10.64898/2026.10.22.26363582 öffnen →

Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

Explorative Studie untersucht Speichelindex bei ME/CFS nach COVID

Originaltitel: Saliva Fatigue Biomarker Index in a COVID Sample

Eine begutachtete [Beobachtungsstudie](https://www.lidsen.com/journals/neurobiology/neurobiology-10-04-358) untersuchte einen Index aus zwei Speichelpeptiden bei 37 jungen Erwachsenen mit ME/CFS nach COVID und 72 Genesenen. Der Gesamtvergleich der drei untersuchten Gruppen war nicht statistisch signifikant (p=0,08). Ein vorab festgelegter, einseitiger Vergleich ergab höhere Indexwerte bei 26 als stärker betroffen eingeordneten Personen gegenüber einer zusammengefassten Vergleichsgruppe aus elf weiteren ME/CFS-Betroffenen und 72 Genesenen (p=0,03). Die Ergebnisse liefern einen vorläufigen Forschungsansatz; ein klinisch nutzbarer Biomarker ist damit nicht nachgewiesen.

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Original veröffentlicht: · Evidenz: vorläufig · Einordnung: offen

Preprint untersucht TSPO-Genvarianten bei ME/CFS und weiteren Erkrankungen

Originaltitel: Fibromyalgia, Chronic Fatigue Syndrome, and Multiple Sclerosis are associated with lower translocator protein binding affinity genotypes

Ein nicht begutachteter [Preprint](https://doi.org/10.64898/2026.10.19.26365953) untersucht TSPO-Genvarianten bei 86 Personen: 21 mit ME/CFS, 30 mit Fibromyalgie, elf mit Multipler Sklerose und 24 gesunden Kontrollpersonen. Das Translokatorprotein TSPO wird bei bestimmten PET-Bildgebungsverfahren zur Untersuchung von Entzündungsprozessen im Nervensystem genutzt. Die untersuchte Genvariante beeinflusst, wie stark die eingesetzten Markierungsstoffe binden. In den Erkrankungsgruppen fanden die Forschenden häufiger Genotypen mit gemischter oder niedriger Bindungsaffinität als in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse müssen in größeren Stichproben bestätigt werden.

Originalpublikation · DOI 10.64898/2026.10.19.26365953 öffnen →

Automatisierte Quellen- und Qualitätsprüfung abgeschlossen. Dieser Bericht bietet allgemeine Information und keine persönliche medizinische Beratung.